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Verleihung
der GfH-Ehrenmedaille
GfH-Jahrestagung 2011 in Regensburg,
16.-18.3.2011
Verleihung der GfH-Ehrenmedaille an Prof. Dr.
med. Thomas Cremer
Prof. Dr. med. Thomas Cremer hat grundlegende Methoden
der molekularen Zytogenetik vorausgedacht und entwickelt.
Die Hybridisierung von Fluoreszenz-markierter DNA an
Metaphase- und Interphasechromosomen sowie die vergleichende
genomische Hybridisierung sind heute Standardverfahren
im experimentellen und klinischen Labor. Sein führender
Beitrag zur Entwicklung dieser Methoden, der Nachweis
von Chromosomen-territorien im Zellkern und die Beschreibung
ihrer Dynamik haben Professor Dr. med. Thomas Cremer
zu einem international herausragenden Vertreter der
deutschen Humangenetik gemacht.
Prof. Dr. med. Thomas
Cremer

Laudatio
von Prof. Dr. med. Bernhard Horsthemke,
anläßlich der Verleihung der GfH-Ehrenmedaille
an Professor Dr. Thomas Cremer
GfH-Jahrestagung 2010 in Hamburg,
2.-4.3.2010
Die GfH hat in diesem
Jahr ihre GfH-Ehrenmedaille an Prof.
Dr. Gerd Utermann, Innsbruck verliehen.
Prof. Dr. med. Gerd Utermann hat mit seinen
bahnbrechenden biochemischen, genetischen und epidemiologischen
Arbeiten auf dem Gebiet der Lipoproteine entscheidend
zum Verständnis der Prädisposition genetisch
komplexer Erkrankungen und insbesondere der Atherosklerose
beigetragen. Durch sein Engagement und breites fachliches
Wissen hat er wesentlich zum nationalen und internationalen
Ansehen und Erfolg der Humangenetik beigetragen.
Prof. Dr. med. Gerd
Utermann

GfH-Jahrestagung 2009 in Aachen,
1.-3.4.2009
Professor Dr. Hans-Hilger Ropers hat seit drei Jahrzehnten
essentielle und wegweisende Beitrage zur Humangenetik
geleistet. Er hat die neuen Methoden der Somatellgenetik,
Gentechnologie und array-CGH frühzeitig aufgegriffen
und eine große Zahl medizinisch bedeutender Gene,
insbesondere des X-Chromosoms, identifiziert, ihre Pathogenese
analysiert und das neue Wissen in die medizinische Praxis
überführt. Herr Ropers hat auch als Direktor
am Berliner Max-Planck-Institut für Molekulare
Genetik stets die Verantwortung für das Fach als
Ganzes gesehen und in herausgehobenen Positionen die
Humangenetik auf nationaler und internationaler Ebene
vertreten.
Professor Dr. med.
Hans-Hilger Ropers

GfH-Jahrestagung 2008 in Hannover,
8.-10.4.2008
"Die Ehrenmedaille der GfH erhalten Frau Professorin
Regine Witkowski und Herr Professor Karl Sperling, unseren
Fachvertretern in der ehemals geteilten Stadt Berlin.
Ihnen beiden ist zu danken, dass die Mauer damals durchlässig
wurde für Mitarbeiter und Labormaterial und dass
trotz der Mauer gemeinsam publiziert wurde", schreibt
Tagungspräsident Jörg Schmidtke in seiner
Einladung zur 19. GfH-Jahrestagung. Die Deutsche Gesellschaft
für Humangenetik (GfH) überreichte am 8.4.2008
die Ehrenmedaille an Professor Regine Witkowski und
Professor Karl Sperling.
Professor Dr. Karl
Sperling und Professorin Regine Witkowski
(Foto: Martin Markovski,
Berlin)
Die Preisträgerin von 2008 –
Prof. Dr. Regine Witkowski –
hat sich um das Fach Humangenetik auf vielfältige
Weise verdient gemacht. Sie hat der Klinischen Genetik
zu besonderer Anerkennung verholfen, die Integration
der Humangenetik in die Medizin gefördert und
wesentlich zur Etablierung des Facharztes für
Humangenetik und des Fachhumangenetikers beigetragen.
Der Text der Verleihungsurkunde lautet:
Professor Witkowski gehört
zu den Begründern der Humangenetik in Deutschland.
Ihre Leistungen auf den Gebieten Klinische Genetik,
Zytogenetik und Tumorgenetik
waren wegweisend. Die unermüdliche Förderung
des wissenschaftlichen Nachwuchses
war ihr eine Herzenssache.

Prof. Dr. Regine Witkoswki
(Foto: Martin
Markovski, Berlin) |
Prof. Dr. Regine Witkowski
wurde am 12. Juli 1934 in Chemnitz geboren. Nach
dem Abitur 1953 in Limbach studierte sie Biologie
mit dem Hauptfach Botanik an der Universität
Greifswald. Sie fertigte ihre Diplomarbeit über
die in vitro-Kultur pflanzlicher Gewebe an. Ab
1960 leitete Frau Witkowski ein Labor für
Zellzüchtung an der Hautklinik der Charité
in Berlin. Sie promovierte 1961 und führte
folgerichtig in der ehemaligen DDR als eine der
ersten Chromosomenanalysen an humanen Zellen durch.
Frau Witkowski arbeitete zunächst über
zytogenetische Veränderungen bei Intersexualität
und bei komplexen Fehlbildungen, später auch
bei Tumorerkrankungen.
Als langjähriges Mitglied des Vorstandes
der Gesellschaft für Humangenetik der DDR
war sie am Aufbau organisatorischer Strukturen
und an der Einführung der Weiterbildung zum
Facharzt für Humangenetik und zum Fachhumangenetiker
maßgeblich beteiligt. 1969 erfolgte die
Habilitation über ein zytogenetisches Thema
und 1983 die Ernennung zur a.o. Professorin. Frau
Witkowski war 1988 Gründungsdirektorin des
Instituts für Medizinische Genetik der Charité.
Im selben Jahr wurde sie zum Professor berufen.
Die über 170 von ihr organisierten wissenschaftlichen
Kolloquien waren ein besonderer Anziehungspunkt
für Humangenetiker aus Ost und West und ermöglichten
viele Kontakte, die bis heute Bestand haben.
Ihr „Lehrbuch für klinische Genetik“,
das „Lexikon der Syndrome und Fehlbildungen“,
weitere Werke und zahlreiche wissenschaftliche
Publikationen zeugen von ihrer Energie und dem
Engagement für das Fach.
Frau Witkowski war die Nestorin der Humangenetik
in der ehemaligen DDR und hat sowohl das Institut
an der Berliner Charité bis in das Jahr
1999 als auch das Fach Humangenetik weit darüber
hinaus mit bewunderswerter Kraft vorangebracht. |
Lesen
Sie den Beitrag von Prof. Dr. med. Evelin Schröck,
anläßlich der Verleihung der GfH-Ehrenmedaille
an Professorin Regine Witkowski.
Mit der GfH-Medaille 2008 für Prof.
Dr. Karl Sperling dankt die Deutsche Gesellschaft
für Humangenetik für seine herausragende
und erfolgreiche Tätigkeit für die Humangenetik
in Deutschland.

Prof. Dr. Karl Sperling |
Der Text der Verleihungsurkunde
lautet:
Prof. Dr. Karl Sperling
hat sich in über 35 Jahren unermüdlich
für die Humangenetik in Deutschland eingesetzt.
Er hat selbstlos die Forschung im Fach strukturell
gefördert und inhaltlich bereichert und
die Translation der Forschungsergebnisse in
die Patientenversorgung unterstützt. Die
durch ihn organisierten Tagungen haben wesentlich
zum Ansehen unseres Faches im In- und Ausland
beigetragen.
Er hat sich vorbildlich für die wissenschaftliche
Zusammenarbeit
zwischen deutschen Humangenetikern
auch in Zeiten der Teilung Deutschlands eingesetzt.
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Lesen
Sie den Beitrag von Prof. Dr. med. André Reis,
anläßlich der Verleihung der GfH-Ehrenmedaille
an Professor Karl Sperling.
GfH-Jahrestagung
2007 in Bonn, 7.-10.3.2007
Die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik (GfH)
hat am 7. März 2007 die GfH-Ehrenmedaille als ihre
höchste Auszeichnung für herausragende Verdienste
auf dem Gebiet der Humangenetik an Professor Jürg
Ott (Beijing und New York) verliehen.
Professor Dr. Jürg
Ott
(Foto:Christine Scholz,
gfh)
von li nach re.:
Prof. Dr. Peter Propping (Vorsitzender der GfH und Tagungspräsident)
Prof. Dr. Jürg Ott (Preisträger)
Mit einem Festakt zur Eröff nung der diesjährigen
Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und
Schweizerischen Fachgesellschaft ehrten die deutschsprachigen
Wissenschaftler Jürg Ott, der als Forscher und
Lehrer zu den herausragenden Persönlichkeiten der
statistischen Genetik und genetischen Epidemiologie
gehört. Durch die von ihm entwickelten biometrischen
Methoden hat er entscheidend zur Entschlüsselung
des menschlichen Genoms beigetragen und sich damit bleibend
um die genetische Krankheitsforschung verdient gemacht.
Professor Dr. Markus Nöthen vom Life & Brain
Zentrum der Universität Bonn übernahm die
ehrenvolle Aufgabe in seiner Laudatio das Lebenswerk
von Jürg Ott zu würdigen. Nachfolgend drucken
wir auszugsweise einige Passagen seiner Rede ab.
Lesen
Sie den Beitrag von Prof. Dr. med. Markus Nöthen,
anläßlich der Verleihung der GfH-Ehrenmedaille
an Professor Jürg Ott.
GfH-Jahrestagung 2006 in Heidelberg,
8.-11.3.2006
Der finnische Humangenetiker Professor
Dr. Albert de la Chapelle wurde für seine Verdienste
um die Weiterentwicklung der Humangenetik vor allem
im Bereich der Tumorgenetik mit der GfH-Ehrenmedaille
2006 ausgezeichnet. Die Deutsche Gesellschaft für
Humangenetik (GfH) hat dem finnischen Wissenschaftler
im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten zu ihrer
17. Jahrestagung am 8.3.2006 die GfH-Ehrenmedaille überreicht
und Prof. de la Chapelle zu ihrem Ehrenmitglied ernannt.
Professor Dr. Albert
de la Chapelle
(Foto:Christine
Scholz, gfh)
von li nach re.: Prof. Dr. Brigitte Schlegelberger
(Institut für Zell- und Molekularpathologie, Hannover)
Prof. Dr. Albert de la Chapelle (Preisträger),
Prof. Dr. Claus R. Bartram (Vorsitzender der GfH und
Tagungspräsident)
Lesen
Sie den Beitrag von Prof. Dr. med. Brigitte Schlegelberger,
anläßlich der Verleihung der GfH-Ehrenmedaille
an Professor Albert de la Chapelle.
GfH-Jahrestagung 2005 in Halle,
9.-12.3.2005
In der noch jungen aber schon gewichtigen Reihe der
Träger der Ehrenmedaille zeichnet die GfH in diesem
Jahr einen Klinischen Genetiker von besonderer Güte,
von herausragender Begabung und ungewöhnlicher
Wirkung aus: Professor Dr. John Marius Opitz.
Professor Dr. John Marius Opitz
(Foto:Christine Scholz, gfh)
von li nach re.: Prof. Dr. Claus R. Bartram (Vorsitzender
der GfH, Prof. Dr. Gabriele Gillessen-Kaesbach (Laudatio),
Prof. Dr. John Marius Opitz (Preisträger), Prof.
Dr. Ingo Hansmann (Tagungspräsident)
Lesen Sie
den Beitrag von Prof. Dr. med. Gabriele Gillessen-Kaesbach,
anläßlich der Verleihung der GfH-Ehrenmedaille
an Professor John Opitz.
GfH-Jahrestagung 2003 in Marburg,
1.-4.10.2003
Die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik verlieh
2003 erstmalig die GfH-Ehrenmedaille als ihre höchste
Auszeichnung. Dieses ist überhaupt der erste Preis
in Deutschland, der spezifisch Verdienste auf dem Gebiet
der Humangenetik würdigt. Die Vergabe der Ehrenmedaille
rückt damit neben den Preisträgern ein Fach
in den Blickpunkt, das in den vergangenen Jahren eine
zentrale Bedeutung in der Medizin erlangt hat und außerdem
eine Brücke zu den Biowissenschaften schlägt.
Die ersten Preisträger repräsentieren
besonders eindrucksvoll das Anliegen dieser Auszeichnung.
Arno Motulsky und Friedrich
Vogel genießen als Wissenschaftler hohes
internationales Ansehen und haben in kollegialer Verbundenheit
maßgeblich zur Neuorientierung und Entwicklung
der Humangenetik in Deutschland beigetragen.
Professor Arno Motulsky
(Foto: Jürgen
Kunz, Marburg)
Professor Arno Motulsky gehört
als Forscher und Lehrer zu den herausragenden Persönlichkeiten
der Humangenetik. Er hat sich um die internationale
Verständigung mit der deutschen Humangenetik nach
dem zweiten Weltkrieg bleibende Verdienste erworben.
Lesen
Sie den Beitrag von Prof. Dr. rer. nat. Sperling, anläßlich
der Verleihung der GfH-Ehrenmedaille an Professor Arno
Motulsky.
Professor Friedrich
Vogel

(Foto: Karl
Sperling, Berlin)
Professor
Friedrich Vogel wurde mit seinem hohen Ansehen als Wissenschaftler,
dem Engagement für internationale Verständigung
und seiner konzeptionellen Weitsicht zum Wegbereiter
der Humangenetik in Deutschland.
Lesen
Sie den Beitrag von Prof. Dr. rer. nat. Sperling, anläßlich
der Verleihung der GfH-Ehrenmedaille an Professor Friedrich
Vogel.

(Foto: J.
Kunz, Marburg)
Prof. Bartram, Vorsitzender der GfH hat den beiden
Preisträgern die Ehrenmedaille überreicht.
Prof. Sperling würdigte das Lebenswerk von Arno
Motulsky und Friedrich Vogel in seiner Laudatio.
Abb. v.l.n.r.: Prof. Dr. med. Claus R. Bartram, Heidelberg,
Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Vogel, Heidelberg, Prof.
Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Arno G. Motulsky, Seattle und
Prof. Dr. rer. nat. Karl Sperling, Berlin
zum Seitenanfang
Beitrag von Prof. Dr. rer. nat. Sperling,
anläßlich der Verleihung.
Arno Motulsky
und Friedrich Vogel
begegneten sich erstmals 1956 auf dem ersten Internationalen
Humangenetikkongress in Kopenhagen. Seit dieser Zeit
ist der Kontakt nicht mehr abgerissen, ist aus der Bekanntschaft
Freundschaft geworden. Im Jahr 1964 gründeten sie
zusammen mit den Herren Baitsch, Becker und Wendt die
Zeitschrift "Humangentik", die später
in "Human Genetics" umbenannt wurde. Keiner
ist so lange wie die beiden Herausgeber dieser wichtigen
internationalen Zeitschrift gewesen und hat darüber
die Entwicklung des Faches mitbestimmt. In ganz besonderem
Masse gilt dies für ihr 1979 erschienenes Buch
"Human Genetics - Problems and Approaches",
das inzwischen in dritter Auflage vorliegt. Darin haben
sie den aktuellen Stand des Wissens aus der historischen
Entwicklung hergeleitet und in den wissenschaftstheoretischen
Zusammenhang gestellt.
Sie sind ausführlich auf Wertefragen
eingegangen, die der Fortschritt der Humangenetik stellt,
und haben auf seine praktischen Auswirkungen hingewiesen.
Angesichts der Differenziertheit der Darstellung und
der Fülle des Gebotenen fragt man sich, wie es
überhaupt möglich ist, dieses umfassende Wissen
erwerben. Es ist dem hohen Ansehen Friedrich Vogels
zu danken und sicherlich der Freundschaft zu Arno Motulsky,
das 1981 in Jerusalem beschlossen wurde, den 7. internationalen
Kongress für Humangenetik im Jahr 1986 nach Deutschland
zu vergeben. Unter der Präsidentschaft Arno Motulskys
war dies seit 1927 der erste große internationale
Genetikkongress überhaupt, der wieder in Deutschland
durchgeführt wurde. Er dokumentiert ein Stück
Vergangenheitsbewältigung, in mancher Hinsicht
auch einen neuen Anfang.
Arno Motulsky und Friedrich Vogel verkörpern
den Typ des Gelehrten, der höchste fachliche Kompetenz
mit umfassender Bildung verbindet, in Philosophie und
Geschichte, Kunst und Literatur bewandert ist. Mit ihrem
Blick für das Prinzipielle waren sie dem jeweiligen
Zeitgeist stets voraus und haben sich in den 50er Jahren
der Humangenetik zugewandt, als das Fach in der Medizin
und der Wissenschaft insgesamt kaum präsent war.
Beide hatten dabei auch das Glück, dass ihr Wirken
in eine Zeit fiel, in der dieses Gebiet selbst tiefgreifende
Veränderung erfuhr, angefangen bei der Aufklärung
der Struktur der DNA, über die molekulare Analyse
genetisch bedingter Krankheiten bis hin zur Durchführung
des Humangenomprojektes, des größten biologisch-medizinischen
Forschungsvorhabens überhaupt.
Beide Persönlichkeiten haben die
Entwicklung dieses Faches entscheidend mitgeprägt
und sich speziell auch um die deutsche Humangenetik,
die mit der schweren Hypothek ihrer fachlichen Vorväter
leben musste, verdient gemacht.
Deutsche Gesellschaft
für Humangenetik e.V.
Geschäftsstelle:
Inselkammerstr. 5
82008 München-Unterhaching
Tel. 0049 (0)89 / 61 45 69 59
Fax 0049 (0)89 / 55 02 78 56
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