Ausbildung und Weiterbildung

Auf diesen Seiten finden Sie Informationen zur medizinischen Ausbildung, zur Weiterbildung zum Facharzt für Humangenetik und zum Fachhumangenetiker (GfH). Der Titel Fachhumangenetiker wird von der GfH an Naturwissenschaftler vergeben, die eine 5-jährige Weiterbildung gemäß der von der GfH erlassenen Weiterbildungsordnung absolvieren. Die Weiterbildung und die Anerkennung als Facharzt/-ärztin richtet sich nach Kammer- bzw. Heilberufsgesetzen der Länder und den Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern, der Mitglied er/sie ist.

Tabellarisch aufgelistet finden Sie nachfolgend eine Gegenüberstellung der Anforderungen an die Weiterbildung für Mediziner und für Naturwissenschaftler.

Weiterbildung zum Facharzt für Humangenetik* Weiterbildung zum Fachhumangenetiker/in (GfH)**

60 Monate bei einem Weiterbilder an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 WBO, davon

  • 24 Monate in der humangenetischen Patientenversorgung,
  • 12 Monate in einem zytogenetischen Labor,
  • 12 Monate in einem molekulargenetischen Labor,
  • 12 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung

60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten (gemäß § 5) an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte (gemäß § 6) und zwar

  • mindestens 36 Monate in einem Hauptfach und mindestens 24 Monate in einem Nebenfach. Für Haupt- bzw. Nebenfach kann zwischen Molekulargenetik und Zytogenetik gewählt werden.
  • Bis zu 12 der mindestens 24 Monate der Weiterbildung im Fach Zytogenetik können in (einem) tumorzytogenetischen Diagnostiklabor(en) abgeleistet werden.
Erwerb der in der Weiterbildungsordnung für diese Kompetenz aufgeführten Weiterbildungsinhalte

Untersuchungs- und Behandlungsmethoden sind mindestens in folgendem Umfang nachzuweisen:

– 200 klinisch-genetische Diagnostiken erblich bedingter Krankheiten angeborener Fehlbildungen und Fehlbildungssyndrome

Befunderhebung und Risikoabschätzung bei
• 100 monogenen und komplexen Erbgängen
• 50 numerischen und strukturellen Chromosomenaberrationen
• 50 molekulargenetischen Befunden

– 400 genetischen Beratungen einschließlich Erhebung der Familienanamnese in drei Generationen und Erstellung einer epikritischen Beurteilung bei 50 verschiedenen Krankheitsbildern

Chromosomenanalysen
• pränatal, davon: 200
• einschließlich aller Kultivierungs-
und Präparationsschritte: 25
• postnatal, davon: 200
• einschließlich aller Kultivierungs-
und Präparationsschritte: 25

Methoden der molekularen Zytogenetik einschließlich chromosomaler in-situ-Hybridisierung, davon: 100
• an Interphasekernen einschließlich aller
Kultivierungs- und Präparationsschritte: 25
• an Metaphasechromosomen einschließlich aller Kultivierungs- und Präparationsschritte: 25

prä- und postnatale molekulargenetische Analysen, davon
• pränatal einschließlich aller erforderlichen Laborschritte: 10
• postnatal, davon: 400
• einschließlich aller erforderlichen Laborschritte: 100

Definierte Untersuchungsverfahren mit Richtzahlen

Zytogenetik / Tumorzytogenetik

  • Es müssen mindestens 400 zytogenetische Analysen von Metaphase-Chromosomen der Kategorien 1 bis 5 im Hauptfach (bzw. 200 Nebenfach) und 100 (bzw. 20) molekularzytogenetische Analysen der Kategorie 6 nachgewiesen werden. Es wird erwartet, dass die Fälle so zusammengestellt werden, dass jeweils mindestens 20 (5) Fälle der Kategorien 1, 3 und 5 mit einem pathologischen Ergebnis abgeschlossen worden sind und dass sie ein breites Spektrum an Chromosomenaberrationen widerspiegeln (z.B. Aneuploidien; balancierte und unbalancierte, de novo und vererbte Strukturveränderungen; Mosaike).
    --> weitere Anforderungen siehe WBO 2014

Molekulare Genetik

  • Es müssen insgesamt mindestens 400 Fälle im Hauptfach (200 der Fälle im Nebenfach) mittels molekulargenetischer Methoden der Kategorie 2 und 3 nachgewiesen werden, davon mindestens 20 Untersuchungen im Rahmen einer pränatalen Diagnostik.
    --> weitere Anforderungen siehe WBO 2014

*) die medizinische Weiterbildung wird in dieser Tabelle am Beispiel der bayerischen Weiterbildungsordnung (Weiterbildungsordnung für die Ärzte Bayerns vom 24. April 2004 i. d. Fassung der Beschlüsse vom 28. April 2007) und dem dazugehörigen Dokumentationsbogen Humangenetik dargestellt. Stand 01.08.2007.

**) in ihrer aktuell gültigen Fassung vom 21.3.2014

 

 
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