zurück

GfH-Ehrenmitgliedschaft für Prof. Dr. Lore Zech, Uppsala, Schweden

» diese Meldung als PDF

Professor Dr. Lore Zech wird am 12.6.2004 zum Ehrenmitglied der GfH ernannt.

Damit würdigt die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik das Lebenswerk von Lore Zech – einer herausragenden Wissenschaftlerin und Humangenetikerin und vor allem Zytogenetikerin. Ihre bahnbrechende Entdeckung ist die Entwicklung von Färbetechniken zur Chromosomenbänderung, die sie bereits 1968 entwickelt hatte und mit deren Hilfe eine neue Ära der zytogenetischen Diagnostik begann.
Ihre Entdeckung der Q-Bänderung sorgte dafür, dass Lore Zech in den Jahren 1965-1978 auf Platz 10 der weltweit meist zitierten Wissenschaftlern rangierte. Die von ihr entwickelte Bänderungstechnik erfuhr ihre offizielle Anerkennung bereits 1971 auf der 4. Internationalen Chromosomenkonferenz in Paris. Seitdem gehört diese Chromosomenbänderungstechnik zum Standardrepertoire zytogenetischer Diagnostik. Auf der Basis dieser neuen Sichtbarmachung menschlicher Chromosomen konnten alle nachfolgenden molekularen Studien am menschlichen Genom aufbauen.

Durch den erfolgreichen Einsatz von Fluoreszenz-Färbetechniken konnte Lore Zech eine Vielzahl von chromosomalen Veränderungen identifizieren, die in engem Zusammenhang mit dem Auftreten von bestimmten Krebserkrankungen standen wie beispielsweise das maligne Lymphom. Professor Zech war diejenige, die den Zusammenhang zwischen Translokation auf dem Chromosom 8 und dem Vorkommen des Burkitt’s Lymphom beschrieb. Sie war jene, die als erste die Trisomie 12 fand und die Deletion 13q als spezifische Veränderung bei der chronischen lymphatischen Leukämie entdeckte.

Lore Zech führte ihre bahnbrechenden zytogenetischen Studien am Institute of Medical Cell Research and Genetics am Karolinska Institute in Stockholm durch. Seit ihrer Emeritierung im Jahr 1989 ist sie in die Forschungsaktivitäten am Department of Clinical Genetics am Uppsala University Hospital eingebunden, wo sie immer noch aktiv mitarbeitet und junge Tumorzytogenetiker vor Ort betreut.

In ihrer wissenschaftlichen Karriere hat Lore Zech eine Vielzahl von Preisen und Auszeichnungen erhalten, wie z.B.
  • 1991: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
  • 1991: Lisec-Arzt-Preis der Friedrich-Wilhelm Universität Bonn
  • 1992: Mauro-Baschirotto-Preis der Europäischen Gesellschaft für Humangenetik
  • 1993: Ehrendoktorwürde durch die Medizinische Fakultät in Kiel
  • 1994: Björkén-Preis der Medical Faculty der University Uppsala
  • 1996: Gunnar Dahlberg-Medaille der Northern Society of Pathology
  • 1999: Ehrenmitgliedschaft der European Cytogeneticists Association in Wien

 

Presseservice
Pressemitteilungen
Pressespiegel
Pressekonferenzen
Presseverteiler
Bildarchiv

Pressekontakt
Dr. rer. biol. hum. Christine Scholz

Deutsche Gesellschaft für Humangenetik e.V.
Inselkammerstr. 5
82008 München-
Unterhaching

Tel. (0)89/61 45 69 59
Fax (0)89/55 02 78 56
Email presse@gfhev.de

© Deutsche Gesellschaft für Humangenetik